Warum du dich von der Frage „was denken die Anderen nur von mir?“ sofort verabschieden solltest


Tu das, was du für richtig hältst. Es wird immer jemanden geben, der anders denkt.“

(Michelle Obama, Stil-Ikone, ehemalige first lady der USA)

Der Gedanke, den die meisten Frauen denken, wenn sie irgendetwas irritiert?
„Oh Gott, was denken die anderen nur von mir?“

Auch wenn der Kopf erfahrener Führungs-Damen sagt: „Ach Quatsch, solche Gedanken habe ich längst hinter mir gelassen!“ Ich erlebe beinahe täglich, dass in Konflikten das Denken ziemlich ausgeknockt ist. Genauso, wie die unkontrollierbaren zittrigen Knie, wenn du auf einer Leiter stehst und dir die Höhe zusetzt. Wir verhalten uns in Mustern, die uns gefühlte Sicherheit und die Wahrung des eigenen Gesichtes vorgaukeln. Die Hoffnung dahinter: Unser Image frei von Kratzern halten. Oder unseren Status verteidigen.

Der entscheidende Unterschied im Denken von Frauen und Männern

Zuerst einmal Klartext: Jeder darf denken, was er will. Und gewohnte Gedanken geben uns Sicherheit. Seinen Geist zu hinterfragen, wie das eigene Verhalten wohl auf Andere wirkt, ist daher vollkommen okay. Jeder Gedanke ist erlaubt. Doch sollte ein Gedanke, nur weil er für uns zur Routine geworden ist uns nicht wie ein Mantra steuern. „Was denkt der andere bloß von mir?“ ist deshalb, was es ist. Ein Gedanke. Einer von vielen. Und genau so sollte er auch behandelt werden.

Für viele Frauen quer durch die Generationen ist dieser Gedanke jedoch weit mehr. Er überkommt sie wie ein Harry-Potter-Dementor und saugt ihnen mit großer Lust die eigene Willenskraft aus dem Kopf. Das Ergebnis: Frauen geben schon früh in Konflikten klein bei. Sie beschwichtigen mit Worten, Gesten und Blicken. „Ja, ja, du hast ja Recht.“ „Ich bin zwar anderer Meinung, aber okay.“ „Also, ich finde das jetzt nicht mehr fair. Aber die Klügere gibt schließlich nach.“ Das ist nicht Führung. Das ist Imagepflege. Um des lieben Friedens Willen. Und mit der steten Hoffnung, dass Frau jeden Anschein vermieden hat, weswegen jemand Böses über sie denken könnte.

Frauen sind auf ihr Image bedacht. Männer auf ihren Status.

Und genauso, wie in entspannter Verfassung völlig klar ist, dass a) sowieso jeder denkt, was er will, b) unser Denken eh vor allem von Klischees geprägt ist und c) jede Frau mit der Situation zurecht kommt, wenn jemand schlecht über sie denkt – die gefühlte Macht des Dementoren ist riesig. Früher war der Ruf einer Frau überlebenswichtig. Erstens, weil sie von der Versorgung durch einen Mann abhängig war. Zweitens, weil sie auf das Wohlwollen ihres Umfeldes, also ihrer Mitstreiterinnen angewiesen war. Die letzten Jahrhunderte haben sich tief ins kollektive weibliche Gedächtnis eingebrannt.

Bei den Männern ist es ähnlich. Den eigenen Status darzustellen gilt noch immer als männlich. Je mehr du hast, desto gehobener dein gesellschaftlicher Stand (und ggf. deine Zugehörigkeit zu mächtigen Kreisen). Der Porsche in der Garage. Die teure Uhr am Handgelenk. Das Macho-Gehabe in den Meetings. Das Anstrengende dabei: Diese Fassade ist so labil, dass es dich eine Menge Kraft kostet, sie vor dem Einsturz zu bewahren.

Die Chance für Frauen

Es ist also höchste Zeit, den „was-andere-von-mir-Denken“-Dementor in die Schranken zu weisen. Als das, was er ist. Ein Gedanke von vielen. Wer den schwarzen Dementor also auf den Platz verweisen will, braucht vor allem eines: Ein Mind-Set-update. Und das gelingt mit drei simplen Fragen:

1) Was hast du davon, dass andere über dich positiver denken, als du selbst?
Gibt es Menschen, die Dich wegen deinem Image mehr mögen?

2) Falls ja: Welcher dieser Menschen ist es wert, dass du ständig ein Fassaden-Bild von dir aufbaust und eine Menge Energie investierst, damit es nicht in sich zusammenfällt?

Ich bin davon überzeugt, dass Frauen sich mit der Frage „Was andere nur von mir denken“ der Gesellschaft unterwerfen. Nur, dass weder sie selbst, noch andere etwas davon haben. Der einzige Grund: Frauen sind es gewohnt, sich von dieser Frage leiten zu lassen. Einfach deshalb, weil es alle tun. Höchste Zeit, dass diese Frage ihren Platz bekommt. Als eine von vielen. Du kannst ihr deine Zeit schenken. Musst du aber nicht. Weil es andere Dinge im Leben gibt, die viel wichtiger sind. Und die dich und deine Zeit auch wirklich verdienen.